Weihnachten im Altenpflegeheim, Weihnachtstisch

Weihnachten im Altenpflegeheim: Mensch Sein und Sinnstiftung

Wenn die Adventszeit beginnt, verändert sich die Stimmung im Haus. Lichterketten erhellen die Flure, der Duft von Zimt und Äpfeln zieht durch die Räume, und die Vorfreude auf das gemeinsame Fest wächst.

Weihnachten ist für uns nicht nur ein Datum im Kalender, sondern ein lebendiges Zeichen der Hoffnung und des Miteinanders.

In unserer diakonischen Einrichtung bedeutet Weihnachten mehr als Geschenke oder festliche Dekoration. Es erinnert uns daran, dass Gott selbst Mensch geworden ist. Dieses Mensch Sein ist ein Geschenk, das wir täglich weitergeben.

Wir teilen Freude und Sorgen, wir hören zu, wir schenken Nähe.

Mensch Sein heißt, füreinander da zu sein, auch wenn es manchmal herausfordernd ist. Es heißt, dass wir uns gegenseitig tragen – im Team, mit den Bewohnerinnen und Bewohnern und mit ihren Angehörigen.

Weihnachten im Altenpflegeheim, Lebkuchenhäuschen

Gerade in der Pflege zeigt sich, wie wertvoll Sinnstiftung ist. Unsere Arbeit ist nicht nur Routine, sie ist Berufung.

Jeder kleine Moment kann Bedeutung haben: ein Lächeln, ein Lied, ein gemeinsames Gebet oder ein stilles Zuhören.

Diese Augenblicke sind wie kleine Sterne, die den Alltag heller machen. Sie zeigen, dass wir nicht nur pflegen, sondern Leben begleiten und Würde schenken.

Weihnachten im Altenpflegeheim, Tischdekoration Adventskerzen

Vom Sinn des Lebens und dem Licht im Menschen

In einer Nacht, so still und sacht,
da wurde einst ein Licht entfacht,
das seither durch die Herzen zieht
und uns vom wahren Leben spricht.

Es flüstert leis in jedem Raum,
in jedem Menschsein, jedem Traum:
Der Sinn des Lebens liegt nicht fern,
er wohnt in uns – ganz nah, ganz gern.

Im Teilen, Trösten, Dasein-Können,
im Mut, den Schwachen beizustehen,
im Blick, der Wärme weitergibt,
im Wort, das sagt: Du wirst geliebt.

So lehrt uns dieses Weihnachtslicht,
dass Gott im Kleinen zu uns spricht.
Nicht laut, nicht groß, nicht voller Macht –
ein Kind hat Hoffnung mitgebracht.

Und jedes Jahr, wenn Kerzen brennen,
kann man das Funkeln neu erkennen:
Es ruft uns auf, Mensch zu sein,
mit offenem Herz, mit klarem Sein.

Denn Liebe ist der höchste Sinn,
der Ursprung, Weg und Ziel darin.
Wer Liebe lebt, der trägt das Licht
und wird selbst Teil vom Weihnachtsgedicht.

Weihnachten im Altenpflegeheim, Weihnachtstisch mit Kerzen

Ein besonders schönes Beispiel für dieses Miteinander ist unsere Bratapfelfeier. Wenn wir uns im Advent zusammensetzen, die Äpfel im Ofen brutzeln und ihr süßer Duft den Raum erfüllt, entsteht eine Atmosphäre, die kaum in Worte zu fassen ist: Der Nikolaus zieht begleitet durch das mit allen Anwesenden gemeinsam gesprochene Gedicht „von drauß vom Walde komm ich her“ ein, Kolleginnen und Kollegen lachen gemeinsam, und für einen Moment scheint die Zeit stillzustehen.

Es ist ein Fest der Gemeinschaft, das uns daran erinnert, wie wichtig es ist, Freude zu teilen und Gänsehautmomente zu erschaffen.

Weihnachten ist das Fest des Lichts. Es sagt uns: Auch in dunklen Zeiten kommt Hoffnung in die Welt. Dieses Licht tragen wir weiter – durch unsere Arbeit, durch unsere Gemeinschaft und durch die Wärme, die wir schenken.

Weihnachten im Altenpflegeheim, weihnachtlicher Tischschmuck

Darum ist Weihnachten für uns nicht nur ein Tag im Jahr. Es ist ein Gefühl, das wir im Pflegeheim jeden Tag leben. Mit Menschlichkeit, mit Sinnstiftung und mit der Freude am Beisammensein.

Wir wünschen wundervolle und gesegnete Weihnachtsfeiertage voller Zuversicht und Frieden.

Herzliche Grüße

Jessica Arndt

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